Digitalpakt 2.0: Solingen-Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
Friedl RädelDigitalpakt 2.0: Solingen-Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang
Solingen – Nach über einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 geeinigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – von Euphorie kann jedoch keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu zahlreich sind die Geräte, die seit Langem kaputt in den Regalen stehen.
Nach mehr als einem Jahr Verzögerung haben Bund und Länder endlich den DigitalPakt 2.0 auf den Weg gebracht. Das neue Abkommen soll Schulen mit moderner Digitaltechnik ausstatten. Doch in Solingen fällt die Reaktion verhalten aus – zu groß sind die anhaltenden Herausforderungen, zu knapp das Budget im Vergleich zum Vorgängerprogramm.
Die Beschlussfassung zum DigitalPakt 2.0 bringt den Schulen fünf Jahre Planungssicherheit bei den Finanzen. Diese Kontinuität gilt als entscheidend für die langfristige Modernisierung in Solingen. Doch die bereitgestellten Mittel fallen geringer aus als beim ersten Pakt – Zweifel an der Wirksamkeit bleiben.
Seit Jahren kämpfen die Schulen vor Ort mit veralteter Technik. Jens Merten, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) in Solingen, weist darauf hin, dass defekte Geräte oft monatelang unrepariert in Lagern liegen. Die Frustration wächst, denn Lehrer:innen und Schüler:innen müssen mit überholter Technologie arbeiten. Der VBE fordert nun eine zügige, bürokratiearme Verteilung der Gelder – mit klaren Vorgaben, damit das Geld direkt der Verbesserung des Unterrichts zugutekommt.
Daniel Weber, stellvertretender VBE-Vorsitzender, betont, dass es nicht ausreiche, lediglich alte Geräte auszutauschen. Gefragt seien moderne Unterrichtskonzepte, KI-taugliche Systeme und bessere Fortbildungen für das Personal. Zudem gibt es Bedenken, wie die Länder die Bundesmittel einsetzen werden. Einige könnten ihre eigenen Ausgaben kürzen, indem sie die neuen Gelder anrechnen – was die tatsächlichen Investitionen in den Klassenräumen schmälern würde.
Mit Blick auf die Zukunft fordert der VBE bereits jetzt Gespräche über einen DigitalPakt 3.0, um nach Ablauf der aktuellen Vereinbarung keine neue Finanzierungslücke entstehen zu lassen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zeichnet für den Haushalt verantwortlich – und damit auch für die Mittel zur Schulsanierung.
Der DigitalPakt 2.0 bietet zwar einen strukturierten Fahrplan für die Schulmodernisierung der nächsten fünf Jahre. Angesichts des gekürzten Budgets und der bestehenden Rückstände hängt sein Erfolg jedoch davon ab, wie effizient die Gelder verteilt werden. Die Schulen in Solingen hoffen auf spürbare Verbesserungen – und nicht nur auf den Austausch kaputter Geräte.






