01 January 2026, 11:23

Deutschlands Fernsehtürme verschwinden – nur noch vier für Besucher geöffnet

 Autos im Keller mit einem Rohr am Dach und einem weiteren Gebäude oben rechts.

Deutschlands Fernsehtürme verschwinden – nur noch vier für Besucher geöffnet

Deutschlands einst beliebte Fernsehtürme verschwinden aus der Öffentlichkeit

Strengere Sicherheitsvorschriften und hohe Sanierungskosten zwingen viele der einst zugänglichen Telekommunikationstürme zur endgültigen Schließung. Nur noch vier – in Berlin, Düsseldorf, Dortmund und Stuttgart – bleiben für Besucher geöffnet, während der Münchner Turm nach Modernisierungsarbeiten bald wiedereröffnen soll.

Der ikonische „Ginnheimer Spargel“ in Frankfurt, seit 1999 geschlossen, steht vor einer ungewissen Zukunft. Ein 50-Millionen-Euro-Sanierungsplan hängt von einer Finanzierungsvereinbarung zwischen der Stadt, dem Land Hessen und dem Bund ab. Ohne Einigung könnte der Turm nie wieder öffnen, bevor die Bundesförderung Ende 2025 ausläuft.

Der 338 Meter hohe „Ginnheimer Spargel“ war einst ein Wahrzeichen Frankfurts, doch seit 25 Jahren ist er für die Öffentlichkeit gesperrt. Mehrere Versuche, ihn wiederzubeleben, scheiterten. Eine Machbarkeitsstudie beziffert die Sanierungskosten nun auf 50 Millionen Euro – die Hälfte davon könnte der Bund übernehmen, vorausgesetzt, Land und Stadt teilen sich die verbleibenden 25 Millionen Euro.

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Doch die Zeit wird knapp. Die Bundeszusage läuft Ende 2025 aus, und die DFMG, Betreiberin des Turms, geht davon aus, dass keine Einigung zustande kommt. Stadt und Land haben sich noch nicht auf eine gemeinsame Finanzierung geeinigt, sodass das Projekt in der Schwebe hängt.

Frankfurts Turm ist kein Einzelfall. Der Mannheimer Aussichtsturm schließt am 31. Dezember 2025 endgültig, weil er moderne Sicherheitsstandards nicht erfüllen kann. Kölns „Colonius“ und der Nürnberger Turm warten auf Investoren, während Hamburg und Dresden kurz vor der Wiedereröffnung stehen – finanziert nach dem gleichen Fördermodell, das auch für Frankfurt vorgeschlagen wird.

Der Niedergang dieser Türme hat technologische Gründe. Signale, die einst von ihnen ausgestrahlt wurden, laufen heute über Glasfaserkabel oder Satelliten, was die Mieteinnahmen von Sendern schmälert. Ohne zahlende Mieter sind die Kosten für Instandhaltung und Brandschutz nicht mehr tragbar.

Vor Jahrzehnten zogen viele Türme mit Restaurants, Nachtclubs und Aussichtsplattformen noch Besucher an. Heute sind nur noch wenige zugänglich – als Nächster soll der Münchner Turm nach der Sanierung wieder öffnen.

Die Zukunft des „Ginnheimer Spargels“ hängt von einer Finanzierungsvereinbarung vor dem Stichtag 2025 ab. Scheitert diese, bleibt der Turm geschlossen und reiht sich ein in die Liste der dauerhaft stillgelegten Bauwerke wie der in Mannheim.

Unterdessen könnten Hamburg und Dresden ihre Türme bald nach dem gleichen Kostenbeteiligungmodell von Bund, Land und Stadt wiedereröffnen. Aktuell sind nur noch vier deutsche Fernsehtürme für Besucher zugänglich – mit München als nächstem Kandidaten für ein Comeback nach den Umbauarbeiten.