23 January 2026, 19:01

Deutsche Banken kappen Konten der AfD – doch nicht alle folgen diesem Schritt

Eine alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und der Aufschrift "Deutsche Bank und Disconto-Gefellichaft Berlin".

Deutsche Banken kappen Konten der AfD – doch nicht alle folgen diesem Schritt

Mehrere deutsche Banken haben damit begonnen, Konten der rechtsextremen AfD-Partei zu schließen. Die Schritte folgen anhaltenden Rechtsstreitigkeiten und Bedenken hinsichtlich der Einstufung der Partei durch den deutschen Verfassungsschutz. Während einige Institute die Beziehungen abbrechen, sind andere gesetzlich verpflichtet, grundlegende Bankdienstleistungen anzubieten.

Die Entscheidungen zeigen, wie unterschiedlich Finanzunternehmen auf politische Kontroversen reagieren – zwischen rechtlichen Verpflichtungen, ethischen Grundsätzen und Reputationsrisiken abwägend.

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Die juristischen Auseinandersetzungen der AfD mit dem deutschen Verfassungsschutz haben die Prüfung ihrer Bankverbindungen verschärft. Einige Genossenschaftsbanken, darunter die Verbundbank OWL, haben kürzlich Konten der Partei gekündigt und dabei auf Wertkonflikte verwiesen. Andere, wie die Sparkassen, müssen laut deutschem Recht zwar Basisleistungen erbringen, dürfen die Haltung der AfD aber öffentlich kritisieren.

In Nordrhein-Westfalen sah sich ein AfD-Kreisverband mit Absagen von Deutscher Bank, Commerzbank und Targobank konfrontiert, nachdem ein Institut sein Konto geschlossen hatte. Die Banken argumentieren, dass der Abbruch der Geschäftsbeziehungen nicht nur eine moralische Position, sondern auch eine wirtschaftliche Entscheidung sei – im Einklang mit Kunden, die demokratische Prinzipien unterstützen. Dennoch haben nicht alle Institute gehandelt: Einige fürchten rechtliche Konsequenzen, da die AfD in der Vergangenheit Kontoschließungen erfolgreich vor Gericht angefochten hat.

Die uneinheitliche Vorgehensweise spiegelt unterschiedliche Risikobewertungen und Compliance-Interpretationen wider. Zwar stuft der Verfassungsschutz die AfD als "gesichert rechtsextrem" ein, doch allein dieses Etikett verpflichtet Banken nicht rechtlich zum Abbruch der Beziehungen. Stattdessen hängen die Entscheidungen von individuellen Risikoanalysen, regulatorischen Bedenken und internen Richtlinien ab.

Die Reaktion des Bankensektors auf die AfD bleibt uneinheitlich. Einige Institute schließen Konten, um demokratische Werte zu wahren und ihren Ruf zu schützen, während andere weiterhin Dienstleistungen anbieten, um juristische Konflikte zu vermeiden. Der Ausgang hängt davon ab, wie Gerichte und Aufsichtsbehörden das Spannungsfeld zwischen finanziellen Pflichten und politischer Distanzierung bewerten.