DAAD schließt Moskau-Büro – US-Forscher fliehen zu deutschen Hochschulen
Kunigunde SegebahnDAAD schließt Moskau-Büro – US-Forscher fliehen zu deutschen Hochschulen
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stellt sein Moskauer Büro sowie das Deutsche Haus für Forschung und Innovation ein. Dieser Schritt folgt auf die Einstufung der Organisation als "unerwünscht" durch Russland. Die Maßnahme setzt russische Bürger zudem dem Risiko aus, strafrechtlich verfolgt zu werden, sollten sie mit dem DAAD in Kontakt treten.
Gleichzeitig führen Verschiebungen in der Forschungsförderung unter der Präsidentschaft von Donald Trump dazu, dass sich immer mehr US-Wissenschaftler Europa zuwenden. Deutsche Einrichtungen verzeichnen derzeit einen deutlichen Anstieg des Interesses seitens amerikanischer Forscher und Studierender.
Der DAAD, die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen akademischen Austausch, kündigte an, seine Aktivitäten in Russland einzustellen, nachdem das russische Justizministerium die Organisation als "unerwünscht" eingestuft hatte. Nach russischem Recht können Bürger, die mit solchen Gruppen kooperieren, rechtliche Konsequenzen befürchten. Von der Schließung betroffen sind sowohl das DAAD-Büro in Moskau als auch das Deutsche Haus für Forschung und Innovation – damit endet eine jahrzehntelange Zusammenarbeit.
Parallel dazu haben politische Veränderungen in den USA globale Forschungstrends geprägt. Seit Trumps Rückkehr ins Amt im Januar 2025 wurden die Bundesmittel für die Klimaforschung drastisch gekürzt. Eliteuniversitäten wie Harvard, Stanford und Princeton melden Rückgänge bei direkten staatlichen Zuschüssen um 15 bis 20 Prozent. Viele Einrichtungen sind inzwischen stärker auf private Stiftungen und Unternehmenskooperationen angewiesen, um die Lücken zu schließen.
Die Kürzungen treiben amerikanische Forscher ins Ausland: Die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge in Deutschland haben sich mehr als verdoppelt. Auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen eine steigende Nachfrage von US-Wissenschaftlern. Umgekehrt sinkt das Interesse deutscher Studierender an einem Aufenthalt in den USA – die Anfragen für Austauschprogramme gingen in den letzten Monaten um etwa 10 Prozent zurück.
Der Rückzug des DAAD aus Russland bedeutet das Ende langjähriger akademischer Verbindungen zwischen beiden Ländern. Russische Wissenschaftler können künftig nur noch unter Strafandrohung auf seine Programme zugreifen. In Deutschland spiegelt der Zustrom amerikanischer Forscher hingegen größere Verschiebungen in den globalen Förderprioritäten wider, während sich US-Institutionen an die reduzierte staatliche Unterstützung für die Klimaforschung anpassen.






