11 January 2026, 08:57

Corny Littmanns 50 Jahre Bühne: Vom Räuber zum Reeperbahn-Revolutionär

Menschen sitzen auf Stühlen auf einer Bühne mit Namensschildern und Mikrofonen auf einem Tisch, Zuschauer im Publikum, ein Projektionsschirm und Beleuchtung an Eisenstangen im Hintergrund.

Theaterregisseur Corny Littmann feiert 50-jähriges Bühnenjubiläum - Corny Littmanns 50 Jahre Bühne: Vom Räuber zum Reeperbahn-Revolutionär

Corny Littmann feiert im Januar 50 Jahre auf der Bühne – als Schauspieler, Regisseur und Theaterunternehmer hat er Hamburgs Reeperbahn mit mutigen Shows und politischem Theater unauslöschlich geprägt. Seine Karriere umfasst Schauspiel, Aktivismus und sogar die Führung eines Fußballvereins.

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Littmanns Weg begann 1974 mit seinem Debüt in Ali Baba und die vierzig Räuber, wo er einen der vierzig Räuber spielte. Bereits 1976 gründete er mit anderen Brühwarm, Deutschlands erste offen schwule Theatergruppe, und brach damit Neuland in der LGBTQ+-Repräsentation. Sein Engagement ging weit über die Bühne hinaus: Er wurde zu einer lautstarken Stimme für queere Rechte.

1982 schloss er sich mit Norbert Aust und Gunter Schmidt zusammen, um die wandernde Theatertruppe Familie Schmidt zu gründen. Sechs Jahre später eröffnete er das Schmidt Theater an der Reeperbahn, gefolgt vom Schmidts Tivoli 1991. Beide Häuser wurden zum Synonym für seine opulenten, politisch aufgeladenen Produktionen. Auf der Bühne und vor der Kamera zog es Littmann zu „gebrochenen Charakteren“ – Rollen, denen er in Stücken wie Cabaret, Fifty Fifty oder Die Könige des Kiez’ Tiefe verlieh. Abseits des Theaters präsidierte er von 2003 bis 2010 den FC St. Pauli und verband so seine Leidenschaft für Fußball mit seinem öffentlichen Wirken.

Sein 50. Bühnenjubiläum krönt eine Karriere, die Hamburgs Kulturszene nachhaltig veränderte. Littmanns Schaffen – zwischen Theater, Aktivismus und Fußball – steht für ein Leben, das sich dem Aufbrechen von Normen verschrieben hat. Der Meilenstein fällt in eine Zeit, in der seine Spielstätten und Produktionen weiterhin das Gesicht der Reeperbahn prägen.