Coca-Cola-Chef attackiert Deutschlands Bürokratie: „Worte reichen nicht“
Kunigunde SegebahnCoca-Cola-Chef attackiert Deutschlands Bürokratie: „Worte reichen nicht“
John Galvin, Chef von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) in Deutschland, übt scharfe Kritik am hiesigen Wirtschaftsklima. Er bezeichnet überbordende Bürokratie, hohe Kosten und zähe Genehmigungsverfahren als zentrale Hindernisse für Unternehmen. Trotz dieser Herausforderungen bleibt CCEP dem Standort Deutschland treu.
Galvin schildert die Schwierigkeiten, mit denen Unternehmen im Umgang mit lokalen Behörden konfrontiert sind. Selbst einfache Vorhaben wie das Versetzen eines Zauns, das Fällen von Bäumen oder Dachreparaturen ziehen sich aufgrund mehrfacher Genehmigungsschritte und komplizierter Vorschriften oft monatelang hin. Er kritisiert eine behördenlastige Mentalität, bei der Beamte häufiger auf Regelkonformität pochen als Unternehmen aktiv zu unterstützen.
Hinzu kommen explodierende Strompreise, hohe Lohnkosten und steigende Krankheitsquoten, die den Druck weiter erhöhen. Galvin wirft der Bundesregierung vor, die Wettbewerbsfähigkeit nicht entscheidend zu verbessern – trotz des jüngsten Versprechens von Bundeskanzler Friedrich Merz, Bürokratie abzubauen. ‘Letztlich wird man nicht nach Worten, sondern nach Taten beurteilt‘, betont er. CCEP, das Marken wie Coca-Cola, Fanta und Sprite vertritt, verkauft jährlich 4,1 Milliarden Liter Getränke in Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt rund 6.100 Mitarbeiter an 24 Standorten und hat keine Pläne, die Produktion ins Ausland zu verlagern.
BDI-Präsident Peter Leibinger unterstützt Galvins Kritik und spricht von der ‘tiefsten Krise‘ der deutschen Wirtschaft seit ihrer Gründung. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) treibt unterdessen Reformen voran, um das Wachstum anzukurbeln. Ihr Konzept umfasst längere Arbeitszeiten, flexiblere Arbeitsmärkte und die Sicherung wettbewerbsfähiger Energiepreise für die Industrie.
Galvins Vorwürfe spiegeln eine breite Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen in Deutschland wider. Zwar hat die Regierung Reformen angekündigt, doch Unternehmen wie CCEP warten auf spürbare Veränderungen. CCEP bleibt vorerst in Deutschland aktiv – doch der Druck auf die Politik, schneller zu handeln, wächst.






