Bürgergeld-Reformen 2026: Warum Langzeitarbeitslose weiter auf der Strecke bleiben
Kunigunde SegebahnFür fast jeden Zweiten ist ein Besuch beim Jobcenter sinnlos - Bürgergeld-Reformen 2026: Warum Langzeitarbeitslose weiter auf der Strecke bleiben
Eine neue Umfrage offenbart anhaltende Herausforderungen für Langzeitarbeitslose, die in Deutschland Grundsicherungsleistungen beziehen. Die zwischen April und Juni 2025 durchgeführte Studie zeigt, dass 46 % der Empfänger mit mehreren Hürden auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt kämpfen – darunter gesundheitliche Probleme oder fehlende Qualifikationen. Unterdessen hat der Bundestag Reformen beschlossen, die das aktuelle System ab Mitte 2026 durch strengere Regeln ersetzen sollen.
An der Befragung nahmen über 1.000 Arbeitslose zwischen 25 und 50 Jahren teil, die seit mindestens einem Jahr Bürgergeld erhalten. Seit der Einführung des Systems im Januar 2023 zeigt sich nur begrenzter Erfolg bei der Arbeitsvermittlung: Die Beschäftigungsquote unter Langzeitbeziehern liegt mittlerweile bei nur noch 5–7 % pro Jahr – ein Rückgang gegenüber den 8–10 % unter dem früheren Hartz-IV-System. Auch die durchschnittliche Bezugsdauer hat sich verlängert: 2025 waren es 25 Monate, verglichen mit 20 Monaten im Jahr 2022.
Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass Termine im Jobcenter ihre Jobchancen kaum verbesserten. Dennoch zeigten sich trotz dieser Frustrationen über zwei Drittel mit der Arbeit der Jobcenter zufrieden, und fast drei Viertel hielten die Mitarbeiter für kompetent. Die Bertelsmann Stiftung schlägt vor, die Jobcenter sollten durch verstärztes Coaching, Qualifizierungsmaßnahmen und direkte Stellenangebote ihre Wirksamkeit steigern.
Für Personen ohne größere Vermittlungshemmnisse empfiehlt der Bericht, die Eigeninitiative bei der Stellensuche stärker zu fördern – selbst wenn dies zu einer geringeren Zufriedenheit mit den Unterstützungsleistungen führt. Die Ergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland sein Sozialsystem grundlegend reformiert: Ab dem 1. Juli 2026 soll das Bürgergeld durch ein neues, strengeres Modell abgelöst werden.
Die Umfrage unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten von Langzeitarbeitslosen, von denen fast die Hälfte mit erheblichen Barrieren auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert ist. Die geplanten Sozialreformen zielen darauf ab, diese Probleme durch verschärfte Auflagen zu lösen. Die Änderungen treten nach der parlamentarischen Zustimmung Mitte 2026 in Kraft.






