Brüder des in Dortmund erschossenen Mouhamed Lamine Dramé droht Abschiebung trotz laufender Prozesse
Kunigunde SegebahnBrüder des in Dortmund erschossenen Mouhamed Lamine Dramé droht Abschiebung trotz laufender Prozesse
Mouhamed Lamine Dramé wurde am 8. August 2022 bei einem Polizeieinsatz in Dortmund tödlich erschossen. Seine Brüder, Sidy und Lassana Dramé, droht nun trotz der noch laufenden juristischen Auseinandersetzungen um seinen Tod die Abschiebung. Der Fall hat bundesweit Debatten über Polizeigewalt und die Frage der Verantwortung ausgelöst.
Der Vorfall begann, als Beamte in Dortmund einen Einsatz durchführten, der sich von Pfefferspray über den Einsatz eines Tasers bis hin zum Schuss aus einer Maschinenpistole zuspitzte. Dramé starb noch am Tatort, was Untersuchungen zu den damals angewandten Polizeimethoden nach sich zog. Seine Brüder argumentieren seitdem, der Einsatz sei fehlerhaft durchgeführt worden und der Tod hätte vermieden werden können.
Im Dezember 2024 sprach ein Dortmunder Gericht alle fünf an der Schießerei beteiligten Beamten frei. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Brüder Dramé legten gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) ein. Unterdessen verweigerte das Dortmunder Ausländeramt eine Verlängerung ihrer Aufenthaltserlaubnis, die am 31. Januar 2026 auslief, mit der Begründung, es läge kein triftiger Grund für einen weiteren Aufenthalt vor.
Unterstützer der Brüder betonen, sie spielten eine zentrale Rolle bei der juristischen und politischen Aufarbeitung des Falls. Die drohende Abschiebung hat das wachsende öffentliche Interesse an der Sache nicht gebremst. Bis Februar 2026 hatten mindestens zwölf Großstädte – darunter Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt – Initiativen gestartet, um Dramés Andenken zu ehren und sich mit Polizeigewalt durch Gedenkveranstaltungen, Diskussionsrunden und offizielle Beschlüsse auseinanderzusetzen.
Die Brüder Dramé befinden sich weiterhin in einer rechtlichen Grauzone, während ihre Abschiebung bevorsteht. Ihr Kampf um Gerechtigkeit geht weiter, während in ganz Deutschland die gesellschaftlichen Folgen des Todes ihres Bruders thematisiert werden. Der Fall hat bereits die öffentliche Debatte über Polizeiarbeit, Rechenschaftspflicht und die Rechte von Angehörigen von Opfern geprägt.






