14 December 2025, 18:52

Autobauer drängen auf engere China-Kooperation trotz Handelskonflikt

Zwei Autos mit Text darüber und darunter.

Automobilhersteller fordern engere Zusammenarbeit mit China - Autobauer drängen auf engere China-Kooperation trotz Handelskonflikt

Automobilhersteller fordern engere Zusammenarbeit mit China

Automobilhersteller fordern engere Zusammenarbeit mit China

  1. Dezember 2025, 11:05 Uhr

Die deutsche Automobilindustrie drängt auf eine stärkere Anbindung an China – angesichts steigender Handelsspannungen. Während europäische Autokonzerne im Markt für Elektrofahrzeuge unter Druck geraten, fordern Branchenvertreter eine intensivere Zusammenarbeit, um Lieferketten zu sichern und neue Zölle zu vermeiden. Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund eines geplanten China-Besuchs von Außenminister Johann Wadephul (CDU) noch in diesem Monat.

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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) unter der Führung von Präsidentin Hildegard Müller plädiert für einen kontinuierlichen Dialog mit Peking. Müller betonte die Notwendigkeit konstruktiver Gespräche, um die Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten – besonders vor dem Hintergrund verschärfter Exportkontrollen Chinas bei kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden und Halbleitern. Diese Restriktionen haben bereits jetzt globale Lieferketten gestört und deutsche Hersteller gezwungen, nach langfristigen Lösungen für eine stabile Produktion zu suchen.

Am 8. Dezember 2025 traf Chinas Vizhandelminister Ling Ji mit Mercedes-Chef Ola Källenius zusammen, der zugleich den europäischen Zuliefererverband CLEPA leitet. Im Mittelpunkt der Gespräche stand laut Berichten das Bemühen, die EU von zusätzlichen Zöllen auf chinesische Elektroautos abzuhalten. Nur einen Tag später führte Außenminister Wadephul Gespräche mit Chinas Handelsminister Wang Wentao und unterstrich dabei die Forderung nach freiem Handel und weniger Handelsbarrieren.

Deutsche Automobilhersteller bleiben stark vom chinesischen Markt abhängig, wo sie zunehmend mit einheimischen E-Auto-Produzenten konkurrieren müssen. Branchenvertreter kritisieren EU-Importbeschränkungen und lehnen Pläne ab, die einen Mindestanteil europäischer Wertschöpfung in Fahrzeugen vorschreiben. Ohne Zugang zu chinesischen Materialien und Komponenten, warnen sie, drohe der europäischen Autoindustrie eine weitere Verschärfung der Krise.

Die Treffen verdeutlichen den Spagat Deutschlands zwischen dem Schutz der heimischen Automobilbranche und der Aufrechterhaltung der Handelsbeziehungen zu China. Angesichts belasteter Lieferketten und der Expansion chinesischer E-Auto-Hersteller in Europa suchen die Konzerne nach Stabilität. Die Ergebnisse von Wadephuls Besuch könnten wegweisend für künftige Entscheidungen zu Zöllen und der Beschaffung von Bauteilen sein.