19 April 2026, 20:30

Apotheker schlägt radikale Reformen vor: So sollen 16.000 Filialen entlastet werden

Apotheken-Eingang mit einem "Apotheke"-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite, Hintergrundobjekte und beleuchtete Dachlichter.

Apotheker schlägt radikale Reformen vor: So sollen 16.000 Filialen entlastet werden

David Kudlek, Inhaber der Klingelholl-Apotheke in Wuppertal, hat eine Reihe von Reformvorschlägen vorgelegt, um überflüssige Arbeit in deutschen Apotheken abzubauen. Seine Ideen zielen darauf ab, Kosten zu senken, Kapazitäten freizusetzen und den chemischen Abfall aus Routineuntersuchungen zu verringern. Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, könnten über 16.000 Apotheken im ganzen Land davon betroffen sein.

Kudleks erster Vorschlag sieht vor, die Identitätsprüfungen für Rohstoffe in der Rezepturherstellung abzuschaffen. Statt jedes Einzelmaterial zu testen, könnten sich Apotheken auf die Analysezertifikate der Lieferanten verlassen. Dies würde einen zeitaufwendigen Schritt ersetzen, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.

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Darüber hinaus plädiert er dafür, die Temperaturprotokollierung bei gelagerten Medikamenten einzustellen. Kudlek argumentiert, dass eine ständige Überwachung kaum Mehrwert bietet und Apotheken die Temperaturen bedenkenlos ganz auf die Dokumentation verzichten könnten.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist der bürokratische Aufwand bei Tierarzneimitteln. Kudlek ist überzeugt, dass sich durch den Verzicht auf Dokumentationspflichten die Verwaltung vereinfachen ließe, ohne die Sicherheit zu gefährden. Er weist darauf hin, dass jede kleine Aufgabe – wie das Protokollieren oder Testen – für sich genommen harmlos erscheint, in der Summe jedoch eine erhebliche Arbeitsbelastung darstellt.

Die Reihe Just So You Know, die Reformideen von Apotheker:innen sammelt, hat diese Vorschläge aufgegriffen. Kudleks langfristiges Ziel ist es, dass sich das Personal auf sinnvollere Tätigkeiten konzentrieren kann, statt repetitive Verwaltungsaufgaben zu erledigen.

Würden die Reformen umgesetzt, könnten Apotheken Zeit und Ressourcen sparen. Die bisher für Tests und Papierkram aufgewendeten Stunden ließen sich in andere Aufgaben investieren. Gleichzeitig würden die Änderungen den chemischen Abfall und den Lagerbedarf in tausenden Standorten bundesweit reduzieren.

Quelle