07 January 2026, 09:11

Antisemitismus in Deutschland: Wie Dialog und Aufklärung gegen Hass helfen sollen

Ein aufgeschlagenes Buch mit Schrift darauf.

Antisemitismus in Deutschland: Wie Dialog und Aufklärung gegen Hass helfen sollen

Am Sonntag, dem 24. November 2025, fand im Dokumentationszentrum Vogelsang IP in Schleiden eine Diskussion über den wachsenden Antisemitismus in Deutschland statt. Die von dem CDU-Politiker Armin Laschet und dem ehemaligen WDR-Intendanten Tom Buhrow ausgerichtete Veranstaltung setzte sich mit der zunehmenden Feindseligkeit auseinander, der sich jüdische Gemeinden seit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 ausgesetzt sehen. Die Teilnehmer betonten, wie wichtig Aufklärung und ein offener Dialog seien, um das Problem zu bewältigen.

Die Anlage Vogelsang IP, einst ein Ort des nationalsozialistischen Terrors, dient heute als internationales Zentrum für Demokratie und politische Bildung. Hier berichteten jüdische Bewohner aus Aachen von ihren Erfahrungen mit gestiegener Feindseligkeit. Viele gaben an, sich nur innerhalb der eigenen Gemeinschaft sicher zu fühlen, wenn sie ihre Identität offen zeigen.

Bei der Diskussion wurde Antisemitismus als ein Phänomen identifiziert, das von verschiedenen Seiten ausgeht – von der extremen Rechten, der extremen Linken sowie aus Teilen der Migrantengemeinschaften. Die Teilnehmer hoben hervor, wie entscheidend es ist, Kinder und Jugendliche, insbesondere solche mit Migrationshintergrund, über den Holocaust und moderne Formen des Antisemitismus aufzuklären.

Die deutsche Bundesregierung hat mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Problematik zu bekämpfen. Dazu gehören die Nationale Strategie gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben, die im November 2022 verabschiedet wurde, sowie ein verstärkter Polizeischutz für jüdische Einrichtungen. Seit dem 7. Oktober 2023 erhalten Behörden zusätzliche Schulungen, um antisemitische Vorfälle zu erkennen und darauf zu reagieren. Der Bundestag hat zudem Beschlüsse gefasst, etwa den Antrag 20/14703 im Januar 2025, der sich mit der Bekämpfung von Antisemitismus an Schulen und Hochschulen durch Forschung, Lehrerfortbildungen und strengere rechtliche Rahmenbedingungen befasst.

Unterstützt werden diese Bemühungen von Organisationen wie dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, der Bund-Länder-Kommission gegen Antisemitismus und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Gefordert werden zudem schärfere Gesetze gegen Volksverhetzung und Hass im Netz sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen Polizei und Nachrichtendiensten.

Die Diskussion wird am 24. November 2025 in WDR Radio Aachen und die Region sowie in der WDR-Fernsehsendung Lokalzeit Aachen ausgestrahlt. Eine Audioaufzeichnung ist zudem auf der Website der WDR Studios NRW bis zum 24. November 2027 abrufbar.

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Die Veranstaltung unterstrich die Dringlichkeit, Antisemitismus durch Bildung, rechtliche Schritte und öffentliche Aufklärung zu bekämpfen. Die laufenden Maßnahmen der Bundesregierung sowie die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Organisationen zielen darauf ab, das Problem in der gesamten Gesellschaft anzugehen. Die Diskussion in Vogelsang IP zeigte sowohl die Herausforderungen als auch die bereits eingeleiteten Schritte auf, um jüdisches Leben in Deutschland zu schützen.