Anna Netrebko kehrt trotz Protesten triumphierend an die Berliner Staatsoper zurück
Friedl RädelAnna Netrebko kehrt trotz Protesten triumphierend an die Berliner Staatsoper zurück
Die in Russland geborene Sopranistin Anna Netrebko kehrte diese Woche an die Berliner Staatsoper zurück, um in Un ballo in maschera aufzutreten. Die Vorstellung fand unter Protesten vor dem Opernhaus statt, wo Demonstranten ihre angeblichen Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisierten. Im Inneren des Theaters hingegen reagierte das Publikum mit begeistertem Applaus.
Rund 50 Protestierende versammelten sich vor der Staatsoper, schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebung fiel mit Netrebkos Auftritt in Verdis Oper zusammen – die Sängerin besitzt sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft.
Netrebko übernahm die Rolle der Amelia in einer Neuinszenierung von Un ballo in maschera, die Teil des Festprogramms der Staatsoper ist. Trotz der Proteste erhielt die Aufführung starken Beifall für Sänger und Musiker alike. Dies entspricht dem Muster ihrer früheren Auftritte in Berlin, etwa im Februar und März 2026, als sie in Nabucco zu sehen war – eine Spielzeit, die mit ausverkauften Häusern und Schlagzeilen wie "Proteste draußen, Festspiele drinnen" (Tagesspiegel) verbunden war.
Netrebkos öffentliches Image in Deutschland hat sich seit ihren letzten Auftritten an der Staatsoper vor Jahren gewandelt. Zwar protestieren nach wie vor kleinere Gruppen gegen ihre Präsenz, doch ihre jüngsten Vorstellungen zogen voll besetzte Häuser und positive Kritiken an. Vertreter der Sängerin betonen, sie lehne den Krieg in der Ukraine ab. 2021 feierte sie ihren 50. Geburtstag mit einer Veranstaltung im Moskauer Kreml.
Die Vorstellung fand wie geplant statt, und Netrebko erhielt warmen Applaus vom Publikum. Die Proteste vor dem Gebäude unterstrichen die anhaltenden Spannungen wegen ihrer wahrgenommenen politischen Verbindungen. Trotz der Kontroverse verlief die Produktion von Un ballo in maschera an der Staatsoper ohne Störungen.






