10 February 2026, 02:58

AfD in NRW zerrissen: Machtkampf um Helferichs radikale Agenda eskaliert vor Vorstandswahl

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die politische Grenzen zeigt, mit erklärendem Text oben und unten.

AfD in NRW zerrissen: Machtkampf um Helferichs radikale Agenda eskaliert vor Vorstandswahl

In der nordrhein-westfälischen Landesverbands der AfD bahnt sich ein erbitterter innerparteilicher Machtkampf an. Im Mittelpunkt steht Matthias Helferich, eine umstrittene Figur, die durch ihre rechtsextreme Rhetorik auffällt und nun gegen ihren Parteiausschluss kämpft. Ihre Herausforderung an den Landesvorsitzenden Martin Vincentz hat tiefe ideologische Gräben innerhalb der Partei offenbart.

Der Konflikt eskaliert kurz vor einer entscheidenden Vorstandswahl Anfang März, bei der Helferichs Unterstützer um die Kontrolle über den Landesvorstand ringen.

Helferich, ein lautstarker Verfechter völkischer Positionen, hat wiederholt für Aufsehen gesorgt. So bezeichnete sie sich selbst einst als das "freundliche Gesicht des Nationalsozialismus" und tritt offen für eine "Massenremigration" ein. Ihre Suspendierung von Parteiaktivitäten folgte einer internen Untersuchung, doch Helferich legte Widerspruch ein und diskreditierte das zuständige Schiedsgericht in einem Post auf X als "Vincentz-Kammer".

Die Auseinandersetzung wirft ein Schlaglicht auf die innerparteilichen Machtkämpfe der AfD. Während die Co-Parteivorsitzende Alice Weidel Helferich angeblich unterstützt, hält sich der Bundesvorstand bisher mit direkter Einmischung zurück – der Konflikt bleibt damit auf Landesebene begrenzt. Unterdessen kandidieren Helferichs Verbündete Christian Zaum und Fabian Jacobi als gemeinsames Ticket für die anstehende Wahl und fordern den amtierenden Landeschef Vincentz heraus.

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Das Ergebnis der Abstimmung könnte die Zukunft der Partei in Nordrhein-Westfalen prägen. Vincentz steht für einen gemäßigteren Flügel, während Helferichs Lager eine radikale ideologische Ausrichtung vorantreibt. Auch die Schiedsgerichte, die über Parteiausschlüsse entscheiden und die Grenzen der AfD definieren, geraten zunehmend in die Kritik. Aktuelle Personalwechsel und die Rolle des Gremiums im Fall Helferich werfen Fragen nach dessen Unabhängigkeit und Einfluss auf.

Doch der Streit hat nicht nur innerparteiliche Konsequenzen: Die völkische Agenda der AfD und Helferichs extremistische Äußerungen befeuern die Debatte über ein mögliches Parteiverbot. Rechtsexperten warnen, dass solche Positionen verfassungsrechtliche Prüfungen auslösen könnten – und damit den Druck auf die Parteiführung erhöhen.

Die Vorstandswahl in Nordrhein-Westfalen im März wird zeigen, ob Helferichs Flügel an Einfluss gewinnt oder Vincentz die Kontrolle behält. Das Ergebnis könnte auch signalisieren, wie die AfD künftig ihre ideologischen Extreme mit politischer Überlebensfähigkeit in Einklang bringt. Da die Schiedsgerichte eine zentrale Rolle bei der Festlegung der parteilichen Grenzen spielen, könnten ihre Entscheidungen im Fall Helferich weitreichende Folgen für die Ausrichtung und rechtliche Position der AfD haben.