Abschied von *Panikherz*: Sieben Jahre Theatergeschichte enden in Hamburg
Kunigunde SegebahnLetzter Vorhang für Stuckrad-Barres 'Panikherz' an der Thalia - Abschied von *Panikherz*: Sieben Jahre Theatergeschichte enden in Hamburg
Feierliche Bühnenadaption von Benjamin von Stuckrad-Barres autobiografischem Roman Panikherz endet nach sieben Jahren
Die gefeierte Theaterfassung von Benjamin von Stuckrad-Barres autobiografischem Roman Panikherz geht diese Woche nach einer siebenjährigen Spielzeit zu Ende. Die unter der Regie von Christopher Rüping entstandene Produktion zog seit ihrer Premiere 2018 am Hamburger Thalia Theater über 30.000 Zuschauer in ihren Bann. Die letzte Vorstellung findet am Montagabend statt.
Das Stück feierte am 17. März 2018 Premiere und brachte die reale Freundschaft zwischen dem Schriftsteller und der Hamburger Rocklegende Udo Lindenberg auf die Bühne. Bei der Uraufführung gab Lindenberg selbst einen seltenen Auftritt – in einer fast stummen Nebenrolle. Die Inszenierung überzeugte mit einem ungewöhnlichen Ansatz: Mehrere Schauspieler teilten sich die Rolle des "Stuckiman" – Lindenbergs Spitzname für von Stuckrad-Barre.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich Panikherz zu einem der langlebigsten Erfolge des Theaters. Mit 46 Aufführungen über mehr als sieben Spielzeiten hinweg avancierte es zum "wahren Publikumsliebling". Die Mischung aus Memoiren, Musik und Hamburger Kulturgeschichte sorgte dafür, dass die Zuschauer immer wieder kamen. Regisseur Christopher Rüping, der die Adaption verantwortete, absolvierte seine Ausbildung an der Hamburger Theaterakademie und der Zürcher Kunsthochschule, bevor er an bedeutenden deutschsprachigen Bühnen inszenierte. Seine Tätigkeit als Hausregisseur am Münchner Kammerspiele (2016–2019) und am Schauspielhaus Zürich (2019–2024) festigten seinen Ruf für mutiges, immersives Erzähltheater. Mit dieser letzten Vorstellung endet eine Produktion, die Literatur, Theater und Rock 'n' Roll auf eine Weise verband, wie es nur wenige zuvor gewagt hatten.
Am Thalia Theater fällt nach der finalen Aufführung von Panikherz der Vorhang. Die lange Spielzeit des Stücks zeugt von seiner anhaltenden Faszination beim Publikum und seinem Platz in der Hamburger Kulturszene. Während die Bühnenfassung ihr Ende findet, bleibt die Geschichte der Freundschaft zwischen von Stuckrad-Barre und Lindenberg ein bemerkenswertes Kapitel der deutschen Theatergeschichte.






