700 Menschen demonstrieren in Düren für Freiheit in Kurdistan – trotz brüchigem Waffenstillstand
Kunigunde Segebahn700 Menschen demonstrieren in Düren für Freiheit in Kurdistan – trotz brüchigem Waffenstillstand
Am 28. Januar 2026 fand in Düren eine große Demonstration zur Unterstützung kurdischer Rechte statt. Rund 700 Teilnehmende versammelten sich am Kaiserplatz, um ihre Solidarität mit Nordsyrien zu zeigen, wo die Spannungen weiterhin hoch sind. Die Kundgebung verlief unter Polizeiaufsicht friedlich, wenn auch später zwei kleinere Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden.
Unterdessen wurde der brüchige Waffenstillstand zwischen der syrischen Regierung und den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) bis Anfang Februar verlängert. Doch vor Ort verschärft sich die humanitäre Lage in Gebieten wie Kobanê und Hasaka weiter: Kälteextreme und Vertreibung verschärfen die Krise.
Die unter dem Motto 'Freiheit für Kurdistan' stehende Demonstration wurde vom Kurdischen Kulturverein Düren organisiert. Die Demonstrantinnen und Demonstranten trafen sich am Kaiserplatz, bevor sie auf einer vorher abgestimmten Route durch die Innenstadt zogen. Die Polizei überwachte die Veranstaltung eng, um Sicherheit und Versammlungsfreiheit zu gewährleisten.
Gegen 20 Uhr kehrte die Menschenmenge zum Kaiserplatz zurück, wo die Kundgebung ohne größere Zwischenfälle endete. Dennoch leitete die Polizei später zwei Ermittlungen ein - eine wegen Beleidigung, eine wegen versuchter Körperverletzung. Schwerwiegende Vorfälle während der Demonstration selbst wurden jedoch nicht gemeldet.
Die Kundgebung fiel in eine kritische Phase in Nordsyrien. Ein 14-Punkte-Abkommen zwischen der syrischen Regierung und den SDF hat die kurdische Autonomie eingeschränkt und staatlichen Kräften die Kontrolle über Grenzen, Ölfelder und wichtige Infrastruktur überlassen. Zudem schreitet die Eingliederung der SDF in Regierungsstrukturen voran, wobei PKK-nahe Elemente aus ihren Reihen entfernt wurden.
Trotz teilweiser Anerkennung kultureller Rechte bleibt die humanitäre Lage dramatisch. Tausende in Kobanê und Hasaka leiden unter extremer Kälte, Vertreibung und Versorgungsengpässen. Weltweite Solidaritätskundgebungen, darunter auch die Veranstaltung in Düren, dauerten mindestens bis zum 1. Februar 2026 an, während die Angst vor einer Eskalation in symbolträchtigen Städten wie Kobanê und Qamishli besteht.
Die Demonstration in Düren endete ohne größere Auseinandersetzungen, auch wenn es im Nachgang zu zwei kleineren Ermittlungsverfahren kam. In Nordsyrien hat die Verlängerung des Waffenstillstands die humanitäre Krise nicht gelindert: Vertreibung und harte Winterbedingungen setzen Tausenden zu.
Die zunehmende Kontrolle der syrischen Regierung über kurdische Gebiete sowie die Umstrukturierung der SDF markieren eine Verschiebung der politischen Landschaft in der Region. Ob der fragile Waffenstillstand über Anfang Februar hinaus hält, wird die weiteren Entwicklungen bestimmen.






