250 Frauen fordern radikale Reformen gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ivan Schacht250 Frauen fordern radikale Reformen gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen detaillierten Plan vorgelegt, um männliche Gewalt in Deutschland zu bekämpfen. Ihr Zehn-Punkte-Vorschlag umfasst schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt, neue Straftatbestände und besseren Schutz für Betroffene. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die dringende Rechtsreformen fordern.
Die Forderungen des Bündnisses zielen darauf ab, rechtliche Lücken bei physischer und digitaler Gewalt zu schließen. Sie verlangen, dass nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes unter Strafe gestellt und "Nacktbild-Apps" komplett verboten werden. Diese Anwendungen nutzen KI, um Bilder zu manipulieren – oft ohne Zustimmung der betroffenen Frauen.
Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die Einführung von "Femizid" als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Zudem fordert die Gruppe ein Zustimmungsmodell nach dem Prinzip "Nur Ja heißt Ja" in Sexualstrafrecht, das die Beweislast auf die Täter verlagert, um nachzuweisen, dass eine Einwilligung vorlag.
Zu den Unterzeichnerinnen gehören SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner sowie öffentliche Persönlichkeiten wie Carolin Kebekus, Veronica Ferres und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Ihr Plan sieht zudem ein Digitales Schutzgesetz vor, das Plattformen zwingen soll, schädliche Inhalte schneller zu löschen und Verantwortliche zu identifizieren.
Die Bundesregierung hat bisher nur teilweise reagiert. Im Februar 2026 wurde ein Gesetzentwurf zu elektronischen Fußfesseln für gefährliche Wiederholtäter im Bundestag beraten und an die Ausschüsse überwiesen. Zudem wurden 2024 zwei EU-konforme Gesetze verabschiedet. Oppositionsparteien wie die Grünen und die Linke kritisieren diese Maßnahmen jedoch als unzureichend. Sie fordern strukturelle Veränderungen, etwa mehr Mittel für Frauenhäuser und spezialisierte Gerichte für geschlechtsspezifische Gewaltdelikte.
Die Vorschläge des Bündnisses zielen darauf ab, die juristische Reaktion auf Gewalt gegen Frauen grundlegend zu reformieren. Würden die Reformen umgesetzt, entstünden neue Straftatbestände, digitale Schutzmechanismen würden gestärkt und Konsensstandards neu definiert. Die bisherigen Schritte der Regierung bleiben jedoch begrenzt – der Druck auf die Politik, sich den übergeordneten strukturellen Problemen zu stellen, wächst.






